Online-Protest gegen Wohnungsnot in Darmstadt (Echoartikel vom 12.08.2013)

Ein neues Bündnis will das Thema Wohnungsnot in Darmstadt über soziale Netzwerke noch stärker ins öffentliche Bewusstsein rücken. Forderungen nach bezahlbarem Wohnraum gehen den Aktiven nicht weit genug – sie wollen, dass sich am System etwas ändert, wie sie sagen.

DARMSTADT.

Im Herbst beginnt das neue Semester an den Darmstädter Hochschulen. Wie jedes Jahr werden wieder eine ganze Menge neue Studenten in die Stadt strömen, die nicht nur hier studieren, sondern auch wohnen wollen. Aber genau das wird für viele mehr und mehr zum Problem. Den Mangel an bezahlbarem Wohnraum und explodierende Mietpreise beklagen Wohnraum-Initiativen von Studentenvertretern und Uffbasse schon lange.

Nun macht ein neues Aktionsbündnis, das sich aus Mitgliedern der beiden bestehenden Initiativen speist, im Internet mobil gegen die Wohnungsnot – um das Thema „noch mehr in die Köpfe zu holen“, wie es ein Sprecher der Gruppe formuliert. Über das soziale Netzwerk Facebook und einen eigenen Blog will die Gruppe, die sich Wohnungsnot Darmstadt nennt, Aufmerksamkeit erregen und Mitstreiter gewinnen – dabei aber zunächst anonym bleiben.

„Über 700 Wohnungen stehen leer“ Eine ihrer Kernforderungen ist eigentlich nichts Neues: Das Bündnis drängt darauf, bereits vorhandene Flächen möglichst schnell als Wohnraum verfügbar zu machen. „In Darmstadt mangelt es nicht an Wohnraum. Über 700 Wohnungen für 3000 Menschen stehen seit fünf Jahren leer“, schreiben die Betreiber auf ihrer Facebook-Seite in Anspielung auf die seit 2008 verlassenen Kasernen-Gelände im Süden der Stadt, die im Eigentum der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima)

Zähe Verhandlungen zwischen der Stadt und der Bima über die Zukunft der Militärgelände ziehen sich schon seit Jahren hin, zuletzt kam aber etwas Schwung in die Diskussion: In der Lincoln-Siedlung könnten – allerdings nur als Übergangslösung – im Oktober möglicherweise 150 Studenten einziehen, wie das Studentenwerk Ende Mai mitteilte.

Aber der Gruppe Wohnungsnot Darmstadt reicht das nicht. „Es geht uns nicht darum, zu sagen: ,Liebe Politik, jetzt macht doch bitte das und das.‘ Ein paar Plätze mehr im Studentenwohnheim lösen das Problem nicht. Am ganzen System muss sich etwas ändern“, sagt der Sprecher. „Wir wollen, dass auch alternative Wohnformen ausprobiert werden, statt die Gelände renditeorientierten Investoren zu überlassen.“

Als eine Möglichkeit nennt er das Mietshäuser-Syndikat, eine nicht-kommerziell organisierte Beteiligungsgesellschaft, die Häuser erwirbt, um sie dann selbst organisiert in Gemeineigentum zu überführen. In Freiburg, Berlin und Potsdam sind ähnliche Projekte bereits umgesetzt worden, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. „Hier in Darmstadt mangelt es aber an solchen Initiativen“, beklagt das Aktionsbündnis.

Auch wenn bei der Wohnproblematik häufig die Studenten im Vordergrund stehen – dem neuen Bündnis geht es nicht ausschließlich um sie, wie der Sprecher betont. „Insbesondere in Kranichstein erleben wir gerade, dass in vielen Wohnblocks immer mehr WGs entstehen, weil von drei, vier Studenten ja mehr Miete verlangt werden kann als von einer Familie, wo es nur einen Alleinverdiener gibt“, sagt der Gruppensprecher.

Dass Geringverdiener gezwungen werden, auf den günstigeren ländlichen Raum im Umkreis auszuweichen, dürfe nicht sein. „Es muss jedem möglich sein, am Leben in der Stadt teilzuhaben, sonst verliert man den Anschluss. Vor allem, wenn man kein eigenes Auto hat und auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen ist.“

Künftig plant die Gruppe auch Aktivitäten außerhalb der Anonymität des World Wide Web. Für den 30. August ist eine Demonstration unter dem Motto „Lärm für bezahlbaren Wohnraum“ in der Innenstadt geplant, bei der den Forderungen nicht nur virtuell, sondern auch deutlich sicht- und hörbar Ausdruck verliehen werden soll.

Quelle: http://www.echo-online.de/region/darmstadt/Online-Protest-gegen-Wohnungsnot-in-Darmstadt;art1231,4191327

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AStA-Sitzung verlegt

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Gestern wurde die Sitzung des AStA der TU-Darmstadt spontan auf den Vorplatz zwischen Herrngarten und Unigelände gelegt. Mehrere Transparente, die auf die fatale Wohn- und Freiraumsituation hinweisen wurden kurzerhand aufgehängt und zogen zahlreiche interessierte Blicke auf sich.

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Pressemitteilung zur ausgefallenen “Bürgerversammlung” des Mieterbunds

Geplante Bürgerversammlung zu den Verkaufsverhandlungen um die Konversionsflächen in Darmstadt abgesagt
Nach Diskussionen im städtischen Parlament hatten sich Oberbürgermeister und Magistrat zu dem längst überfälligen Schritt entschlossen: Mit einer Pressemitteilung Anfang Juni, nachzulesen auf den Internetseiten der Stadt Darmstadt, war eine Bürgerversammlung zu den Konversionsflächen für 3. Juli um 19:30 Uhr in der Orangerie angekündigt. Die Einladungsfrist für diese Versammlung ist am gestrigen Tag abgelaufen. Damit konkretisieren sich die Gerüchte, die  seit einiger Zeit in der Stadt  kursierten, die Bürgerversammlung werde wieder abgesagt.

Man befinde sich in wichtigen Verhandlungen mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) und könne deshalb zum derzeitigen Zeitpunkt keine Informationen herausgeben, so die Baudezernentin Lindscheid. Dieses Argument wurde allerdings in der Vergangenheit zu häufig strapaziert, um jetzt noch auf Verständnis bei der alarmierten Bürgerschaft zu stoßen.

[…][A]uf der einen Seite dreht sich die Mietenspirale kontinuierlich nach oben, ein neuer Mietspiegel im Jahr 2013 steht bevor, bezahlbarer Wohnraum ist so knapp wie niemals in den letzten 20  Jahren, die öffentlich geförderten Wohnungen sind auf ein Minimum zurückgegangen.

Auf der anderen Seite liegen seit 2008 die Flächen der ehemaligen amerikanischen Kasernen und Wohngebiete brach und warten auf ihre Bebauung. Woran liegt das?[…]

Unabhängig von der Frage, ob die vorhandene Wohnbebauung tatsächlich nutzbar wäre, scheint eine dringend notwendige neue Bebauung der Flächen mittlerweile in ferne Zukunft gerückt. Wie das sich zuspitzende Problem  steigender Mieten und knappen Wohnraums in Darmstadt auch nur ansatzweise entschärft werden soll, bleibt das Geheimnis der Verantwortlichen. Und sie wollen es offensichtlich so.

So löblich das Ansinnen der Stadt, künftig jährlich hundert öffentlich geförderte Wohnungen mehr zur Verfügung zu stellen auch sein mag, es ist nichts als ein Tropfen auf den heißen Stein.  Die massive Wohnungsknappheit, auch ausgelöst durch jahrelange Untätigkeit, wird sich in absehbarer Zeit nicht lösen lassen.

Wer trägt die Schuld an der Misere um die leer stehenden Konversionsflächen in Darmstadt? Ist es tatsächlich  die Abzockermentalität der BImA-Manager oder mangelndes Verhandlungsgeschick bei den Akteuren der Stadt. Gerade wer sich zu dieser offenen Frage eine konstruktive Meinung bilden möchte, hatte die endlich anberaumte Informationsveranstaltung für die Bürger dringlich erwartet. Die jetzt angekündigte Verschiebung auf den Sankt Nimmerleinstag wirkt da eher wie die  im politischen Alltag mittlerweile  übliche Wagenburgmentalität: Wir wissen was richtig ist, ihr braven Bürger haltet fein still.

Pressemitteilung Konversionsflächen

 

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KEINE PROFITE MIT DER MIETE! DIE STADT GEHÖRT ALLEN!

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Auftaktaktionswoche vom 22. bis 29. Juni 2013 in vielen Städten bundesweit Konzerte, Veranstaltungen, Lesungen zu den Themen Recht auf Stadt, neoliberale Stadtpolitik und Mietenwahnsinn
Großer bundesweiter Aktionstag: 28. September 2013

Die Mieten in vielen Städten explodieren, unkommerzielle Projekte wie soziale Zentren, Jugendclubs, besetze Häuser oder Bauwagenplätze sind bedroht. Menschen, die sich die hohen Mieten nicht leisten können oder wollen, werden aus den Innenstädten verdrängt, die soziale Ungerechtigkeit nimmt weiter zu. Auch in schrumpfenden Regionen verschlechtert sich die Lage der MieterInnen: Investitionen in Wohnungen und sonstige Infrastruktur „lohnen“ sich dort nicht mehr und bleiben deshalb aus.Investitionen in Immobilien galten im Kapitalismus immer schon als lohnenswert. Sie versprechen Krisensicherheit in einem System, was ohne Krisen nicht auskommt. In er aktuellen Immobilien- und Finanzkrise haben deutsche Immobilien nun mehr denn je das Image des sicheren „Betongolds“. Geld lässt sich dort nicht nur sicher „parken“. Wo Mietsteigerungspotential ist, lockt auch Profit. Das hat zur Folge, dass für die Mieter_innen die Lebenshaltungskosten stark steigen und sie immer häufiger unfreiwillig ihre Wohnung verlassen müssen. Dass für sie ihr Zuhause, ihr Zufluchtsort und Lebensmittelpunkt auf dem Spiel steht, hat in dieser Rechnung keinen Platz.Die Politik hat die zunehmende Wohnungsnot lange geleugnet und stattdessen öffentliche Wohnungsbestände privatisiert. Das Mietrecht wurde noch dieses Jahr verschärft. Die (Innen)städte werden von den Verantwortlichen gezielt „aufgewertet“. Sie sind nicht mehr Orte zum Wohnen, zum Begegnen und zur Kommunikation, sondern „Standorte“ in der kapitalistischen Konkurrenz um Investoren, kaufkräftige TouristInnen und Co. Wer nicht zahlen kann, muss weg.Dabei gäbe es vielfältige rechtliche Möglichkeiten, Mieter_innen zu stärken und das Treiben der Immobilienwirtschaft zumindest einzuschränken: Die Modernisierungen könnten nur einvernehmlich zwischen Vermieter_innen und Mieter_innen erlaubt sein, Kündigungen seitens der Vermieter_innen erschwert werden. Zweckentfremdungen von Wohnraum und die Umwandlung in Eigentumswohnungen könnten stärker begrenzt, Mietsteigerungen – bisher weit über der Inflationsrate möglich – , könnten an die Lohn- und Rentensteigerungen angebunden werden, auch für Neuvermietungen. Nicht gewinnorientierter Wohnungsbau, der den Auftrag der Daseinsvorsorge für die Bürger_innen ernst nimmt, könnte vorrangig gefördert werden. Statt sie an den Meistbietenden zu verkaufen könnten Baugrundstücke der öffentlichen Hand dafür zur Verfügung gestellt werden. Doch nichts davon geschieht. Wenn überhaupt politische Maßnahmen ergriffen werden, wurden sie von sozialen Bewegungen erkämpft. Trotzdem sind sie bisher nicht mehr als Tropfen auf heiße Steine. Kleine Erleichterungen, von denen sich Politiker_innen vermutlich erhoffen, dass sie den Aktivist_innen politisch den Wind aus den Segeln zu nehmen. Die derzeitige Entwicklung stoppen oder ihre Geschwindigkeit zumindest spürbar drosseln können diese Minimalmaßnahmen jedenfalls nicht.Mittlerweile regt sich allerdings in vielen Städten entschlossener Widerstand derjenigen, die nicht auf die Sonntagsreden der PolitikerInnen vertrauen, sondern die wegen dem Mangel an bezahlbaren Wohnraum schon mit dem Rücken an der Wand stehen und ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen müssen. In Hamburg gehen regelmäßig Tausende gegen den Mietenwahnsinn auf die Straßen. In Berlin blockieren Anwohner_innen Zwangsräumungen ihrer Nachbar_innen. In Düsseldorf, Frankfurt und München und anderswo organisieren sich diejenigen, die sich die Stadt, die wie ein Unternehmen geführt und wie eine Ware vermarktet wird, nicht leisten können.

Um bundesweit aktiv und gehört zu werden haben wir – Gruppen und Initiativen aus bislang elf Städten – uns zum Bündnis “Keine Profite mit der Miete” zusammengetan. Als Auftakt unserer Aktivitäten organisieren wir vom 22.06.13 bis zum 29.06.13 eine bundesweite Aktionswoche, in der in den einzelnen Städten verschiedenste Aktionen stattfinden. Am 28. September rufen wir zu einem bundesweiten Aktionstag auf, zu dem in mindestens elf Städten große Aktionen stattfinden werden.

WOHNRAUM VERGESELLSCHAFTEN!

Wer die Stadt dem Markt überlässt, weiß, dass nur die „Kaufkräftigen“ auf ihre Kosten kommen. Das Menschenrecht auf Wohnen kann nur gewährleistet werden, wenn der Ausstieg aus dem profitorientierten Wohnungsmarkt gelingt. Wohnraum muss vergesellschaftet, also allen unabhängig vom Einkommen zur Verfügung stehen. Deshalb: Keine Profite mit der Miete!

LEERSTAND ZU WOHNRAUM!

Häuser werden aus Spekulationsgründen entmietet und stehen danach leer, um später gewinnbringender verwertet zu werden. Obwohl es an Wohnraum und Plätzen für Kultur und soziale Projekte fehlt, stehen so – ganz legal – in einigen Städten großflächig Büro- und Wohnimmobilien leer, Freiflächen veröden ungenutzt. Wer trotzdem einzieht, verhält sich illegal. Dieser absurde Zustand muss ein Ende haben. Spekulative Leerstände müssen verboten und Besetzungen von länger leerstehenden Immobilien und brachliegenden Flächen legalisiert werden.

ZWANGSUMZÜGE UND -RÄUMUNGEN SOFORT STOPPEN!

Zwangsweise Räumungen sind der drastischste Ausdruck des Mietenwahnsinns. Insbesondere BezieherInnen von ALG II sind davon betroffen – Mieten übersteigen inzwischen schnell die Regelsätze, Schulden und Zwangsumzüge sind die Folge. Aber auch mit eigenem Einkommen ist man nicht mehr vor einer Räumungsklage geschützt: Wenn es die gesetzliche Möglichkeit gibt, aus einer Wohnung mehr Geld rauszuholen als bisher, wird sie auch genutzt und keine Kündigungsmöglichkeit ausgelassen.

GEMEINSAM GEGEN STEIGENDE MIETEN UND VERDRÄNGUNG!

Die bisherigen Kämpfe um das Recht auf Stadt waren meist lokal begrenzt. Aber die Logik, die hinter den Verschärfungen der Lebensbedingungen in den Städten steht, ist eine globale – die Kapitalisierung immer weiterer Bereiche des Lebens. Wir haben uns deshalb zusammengetan, um ein Zeichen zu setzen: Die Stadt von morgen beginnt heute! Keine Profite mit der Miete! Die Stadt gehört allen!

Informiert euch! Organisiert euch! Werdet aktiv!

 

http://www.keineprofitemitdermiete.org/

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Neues zur Darmstädter Wohnungsnot

“Nach wie vor herrscht in Darmstadt eine gravierende Wohnungsnot. Etliche Menschen finden keine Wohnung, oder können sich – trotzmehrerer Jobs – ihre eigene nicht mehr leisten,weil die Miete extrem gestiegen ist. Die Mietkosten in Darmstadt liegen im bundesweiten Vergleich auf demselben Niveau wie die von Großstädten wie Frankfurt, Köln und Düsseldorf. Nur jene in Hamburg und München sind noch leicht teurer.
Dies hat starke soziale Auswirkungen und trifft nicht nur Studierende, sondern vor allem finanziell schlechter gestellte Familien, die aus der Stadt verdrängt werden. Durch rassistische Vorurteile trifft es Menschen mit Migrationshintergrund am härtesten. Oft ist ein „nicht deutsch“-klingender Name schon ein Grund dafür, keine Antwort von Vermieter_innen zu erhalten. Auf den studentischen Wohnungsmarkt drängen derzeit außerdem immer mehr Investor_innenprojekte, die die
fatale Situation ausnutzen, um Rendite daraus zu schlagen. Dies wird zu einer weiteren Verschärfung führen.
Da in diesem Jahr in Hessen gleich zwei große Wahlen anstehen, hat sich die hessische Landesregierung zu einem Wahlkampftrick hinreißen lassen und 2000 neue Wohnheimplätze für Hessen versprochen. Doch auch diese Zahl wird keinerlei Entspannung bringen und zeigt eher den Versuch, die bislang völlig unzureichende Förderung zu überspielen.
Interessant allerdings ist, dass durch das Wahlkampfmanöver eine Zwischennutzung der Kasernen im Süden der Stadt wieder wahrscheinlicher wurde. Die Kasernengebäude stehen seit 5 Jahren leer und könnten kurz- bis mittelfristig über 3000 Menschen Platz zum Wohnen bieten. Die Verhandlungen zwischen Studierendenwerk und BImA (diese verwaltet
die Kasernen) wurden scheinbar wieder aufgenommen und ein Bezug zum kommenden Wintersemester scheint immer wahrscheinlicher.Sollte es jedoch bei den bisher verhandelten 150 Plätzen bleiben, wird auch diese Anstrengung nur einen Tropfen auf dem heißen Stein darstellen.”
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Kreative Plakataktion

Vergangenen Samstag behängten mehrere AktivistInnen diverse Statuen in der Innenstadt mit Plakaten, die die dramatische Wohnungsnot thematisieren. Hier findet ihr ein paar der Bilder:

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Leerstand ist Verschwendung

Kundgebungsaktion vor den Toren der Kaserne. Hier die Stellungnahme von “Uffbasse”:

 

“Bezahlbarer Wohnraum ist in Darmstadt nur sehr schwer zu finden, Lincoln-Siedlung-heute egal ob Studentenbuden oder auch Wohnungen für Familien. Die Mieten in unserer Stadt steigen seit Jahren unaufhaltsam – n957789_m1msw440q75v18686_uffbasse_demo1_81-23289601_BILD1icht zu reden von den Nebenkosten.
Auf den Konversionflächen hingegen gammeln Wohngebäude vor sich hin, allein in der Lincoln-Siedlung z.B. stehen 588 Wohnungen (ca. 60.000qm) seit 5 Jahren leer – bis 2008 waren die noch bewohnt.

Eine Gelegenheit, Unmut darüber zu äußern bietet sich am 8. Juni 2013 um 15 Uhr am Zaun der Lincoln-Siedlung, Heidelberger Strasse.

Vielleicht gibt es dort bald 150 Wohnplätze für Studierende als Übergangslösung – das ist gut.
Aber das sind gerade mal ein Zehntel der dortigen Wohnungen – viel zu wenig.

Warum eigentlich geht es mit den Konversionflächen nicht voran ?
Wir hören, die BImA will (zu) teuer verkaufen, Darmstadt hingegen will günstig kaufen und jede Seite schiebt der anderen den Schwarzen Peter zu. Das hat dazu geführt, dass es momentan nicht weitergeht. Diesen Stillstand wollen wir nicht mehr länger akzeptieren.

Wir Bürgerinnen und Bürger sind empört und verärgert
zum einen als Darmstädter darüber wie hier Chancen vertan werden, Wohnraum zu schaffen, den wir in unserer Stadt dringend brauchen – attraktiv und bezahlbar,
aber auch als Bundesbürger darüber wie die Bundesanstalt für Immobilien-Aufgaben (BImA) mit „unseren“ Wohnungen handelt; auch für diese Behörde muss gelten – „Eigentum verpflichtet !“

Beide, die Stadt Darmstadt und die BImA agieren im öffentlichen Auftrag und deshalb müssen sie ihre Verhandlungspositionen auch öffentlich darlegen und rechtfertigen.
Wir fordern Stadt und BImA auf, möglichst bald eine Einigung zu erzielen und zeitnah bezahlbare Wohnungen zu schaffen, die hier in Darmstadt so sehr benötigt werden.
Wir wollen und werden alle Beteiligten an diesem Verhandlungsmarathon immer wieder an ihre Verantwortung gegenüber uns Bürgern und Bürgerinnen erinnern.

Unter dem Motto „Leerstand ist Verschwendung“ wollen wir unseren Forderungen durch Aufrufe und Aktionen in der Öffentlichkeit den nötigen Nachdruck verleihen.
Wir sind sicher, dass zahlreiche Bürgerinnen und Bürger sich wie wir über die derzeitige Situation ärgern und wir hoffen, dass viele gemeinsam mit uns ihre Empörung auch zeigen.

Eine erste Gelegenheit den Unmut zu äußern bietet sich am 8. Juni 2013 um 15 Uhr am Zaun der Lincoln-Siedlung, Heidelberger Strasse.

Die Idee und Initiative dazu ging aus von der Fraktion Uffbasse und wird unterstützt von vielen Gruppen und Einzelpersonen, wie z.B. Die Linke, Mieterbund Darmstadt, DGB Darmstadt, die Asten von TU und Hochschule, GALIDA (Gewerkschaftliche Arbeits-loseninitiative Darmstadt), TG LaK-Themen-gruppe “Leben auf Konversionsflächen” der Lokalen Agenda 21, in der neben den Wohnprojekten Agora, Heinersyndikat und Wohnbunt noch weitere Gruppen aktiv sind.” (Link)

Siehe auch: Echo-Artikel

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Hammer der Woche

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Wohnungsnot aus studentischer Sicht

Die aktuelle Lage auf dem Darmstädter Wohnungsmarkt ist dramatisch. Wohnungen werden immer knapper und die Mieten steigen in astronomische Höhen. Das Preisniveau hier ist vergleichbar mit Großstädten wie Hamburg, Frankfurt oder Köln und absolut untypisch für eine solch kleine Stadt.

Am härtesten trifft es Geringverdienende und sozial Benachteiligte, da vor Allem bezahlbare Wohnungen fehlen, sogar reduziert werden und stattdessen lieber auf rentable Luxuswohnungen gesetzt wird. Gleichzeitig stehen hunderte Wohnungen im Süden seit einigen Jahren leer und können wegen Kapitalinteressen nicht genutzt werden.

In diesem Wintersemester hat sich die Situation noch weiter verschärft. Die Zahl der Studierenden in Darmstadt hat sich in den letzten Jahren explosionsartig erhöht, während das über die Entwicklung des Wohnungsangebotes keineswegs behauptet werden kann. Noch vor einigen Jahren entspannte sich die alljährlich schwierige Wohnungssituation im Wintersemester bis Januar wieder. Das hat sich geändert. Auch jetzt stehen auf der Warteliste bei Wohnheimplätzen des Studierendenwerks noch über 1000 Menschen; auf der Warteliste für Sozialwohnungen in Darmstadt stehen nocheinmal deutlich mehr.

Die ASten in Darmstadt haben Ende letzten Jahres eine gemeinsame Umfrage zum Thema Wohnen durchgeführt. Über 1000 Studierende haben innerhalb von 5 Tagen daran teilgenommen – ein Beleg, wie präsent das Thema in den Köpfen der Studierenden in Darmstadt ist.

Als ein Ergebnis der Umfrage lässt sich festhalten, dass die Anzahl der Anfragen bei Vermietern und die Anzahl der Wohnungsbesichtigungen deutlich gestiegen sind. Das hat auch Einfluss auf Studium und Privatleben, bis zu deutlichen Verlängerungen der Studienzeit und sogar gesundheitlichen Problemen, durch das viele Pendeln.

Insbesondere internationale Studierende leiden unter der Wohnungsnot. In unserer Umfrage beklagten vor allem Studierende, die jetzt noch auf Wohnungssuche sind, eine stärkere Diskriminierung aufgrund von Herkunft und Aussehen. Durch den in Darmstadt herrschenden “Vermietermarkt” haben Studierende, die nicht dem Bild eines idealen Mieters entsprechen, kaum eine Chance, werden ins Umland vertrieben und müssen damit lange Anfahrtswege in Kauf nehmen. Darunter leidet z.B. der Kontakt zu anderen Studierenden und die Eingewöhnung.

Im neu eröffneten Wohnheim an der Berliner Allee ist der Anteil der internationalen Studierenden mit weniger als 15% deutlich geringer als in anderen Wohnheimen, wo er 50% beträgt. Ein großer Teil der Studierenden kann sich die teure Miete nicht leisten, dies lässt sich leicht bei internationalen Studierenden erkennen, für die die Wohnungssuche ohnehin schwer ist.

Die Verknappung der vorhandenen Wohnungen sorgt auch dafür dass die Preise generell immer mehr steigen. Dies nutzen jetzt Immobilienunternehmen um rentable Investorenobjekte mit entsprechender Gewinnerwartung aus dem Boden zu stampfen. Betreiber, wie Youniq oder die Moses Mendelson Stiftung treten so schon in anderen Städten auf. Über Immobilienfonds finanziert, werden in München und Frankfurt Mieten weitab der Bezahlbarkeit erreicht. Etwa 1000 solcher Wohnheimplätze sollen demnächst in Darmstadt entstehen und werden weiter unsozialen Druck auf den Wohnungsmarkt ausüben.

Einen Mietvertrag gibt es dort übrigens nur mit positiver Schufa-Auskunft und Elternbürgschaft.

Solche Zimmer können sich nur Studierende mit reichen Eltern leisten.  Doch auch aktuelle Angebote z.B. des Bauvereins für 480€ in einer 4er Wohngemeinschaft – pro Zimmer wohl gemerkt – zeigen wohin die Reise auch in Darmstadt geht.

Dieser als Gentrifizierung bekannte Prozess hat natürlich starke Auswirkung auf Geringverdienende und sozial Benachteiligte. Sie werden aus ihren Wohnungen gedrängt, weil sie die steigenden Mieten nicht mehr bezahlen können. Beispielsweise werden viele Wohnungen von den VermieterInnen „modernisiert“. Rein zufällig werden jedoch vor Allem jene Dinge erneuert oder ausgetauscht, über die mittels des Mietspiegels eine höhere Miete verlangt werden kann. Von ehemals 15000 Sozialwohnungen sind so bei gleichzeitigem Bevölkerungswachstum noch ein Drittel übrig geblieben.

Im Süden Darmstadts stehen immer noch die Wohnhäuser in den drei Kasernen leer. Die vor 5 Jahren verlassenen Gebäude auf den Geländen der Lincoln-, Jefferson-, und Cambrai-Fritsch Kasernen sind teilweise sogar kurz vor dem Auszug der amerikanischen SoldatInnen saniert worden. Besonders auf dem riesigen Areal der Lincolnsiedlung gibt es etliche Wohnungen die mit nur wenig Aufwand einer Nutzung zugeführt werden könnten. Insgesamt stehen kurz- bis mittelfristig theoretisch bis zu 1000 Wohnplätze zur Verfügung.

Verwaltet werden die Gebiete von der staatlichen Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA). Die Stadt Darmstadt will dort neue Stadtviertel entwickeln, was jedoch noch ein paar Jahre dauern wird. Im Moment spielen Kommune und Bund ein Schwarzer Peter Spiel und verhindern so eine Zwischennutzung wie es zum Beispiel in Heidelberg(640 Wohneinheiten) möglich war.

Das Studierendenwerk Darmstadt hatte versucht eine solche Zwischennutzung zu ermöglichen, doch die unverschämt hohen Angebote der BImA bei gleichzeitig sehr kurzer Mietdauer ließen die Verhandlungen scheitern. Leider bezogen sich die Verhandlungen auf lediglich 150 Wohneinheiten, wobei zwei Drittel der Wohnungen hätten auf Grund von leichter Schadstoffbelastung  saniert werden müssen. Die Kosten hierfür hätte das Studierendenwerk tragen sollen. Dies hätte zu Mietpreisen geführt, die deutlich über den üblichen Preisen für Studierendenwohnheime gelegen hätten. Auf weitere Verhandlungsversuche reagierte sie zudem arrogant und nicht Kompromissbereit.

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Wohnen im Altkleidercontainer

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